Digitale Angebote einer Gemeinde sollen für alle Menschen einfach nutzbar sein. Genau hier setzt digitale Barrierefreiheit an: Sie schafft die Voraussetzungen dafür, dass Informationen und Online-Services möglichst unabhängig von individuellen Einschränkungen zugänglich sind.
Bereits bei der Entwicklung der GEM2GO-Webseiten wird deshalb großer Wert auf Barrierefreiheit gelegt. Gemeinsam mit den regionalen GEM2GO-Partnern entstehen Webseiten, die den geltenden Standards entsprechen und kontinuierlich weiterentwickelt werden.
Mit dem Eye-Able Dashboard erweitert GEM2GO dieses Angebot nun um ein zusätzliches Werkzeug. Österreichische Gemeinden mit einer GEM2GO-Website können das Dashboard kostenlos nutzen, um die digitale Barrierefreiheit ihrer Website regelmäßig zu überprüfen und gezielt weiterzuentwickeln.
Digitale Barrierefreiheit ist eine gemeinsame Aufgabe
Digitale Barrierefreiheit endet nicht mit der Veröffentlichung einer Website. Inhalte werden laufend ergänzt, technische Systeme weiterentwickelt und gesetzliche Anforderungen angepasst. Deshalb ist Barrierefreiheit ein kontinuierlicher Prozess.
Hinzu kommt: Schätzungen zufolge sind zwischen 10 und 20 Prozent der Bevölkerung dauerhaft oder vorübergehend in der Nutzung digitaler Inhalte eingeschränkt. Gleichzeitig erhöhen gesetzliche Vorgaben – etwa durch den European Accessibility Act (EAA) – die Anforderungen an öffentliche Stellen.
Um Gemeinden bestmöglich zu unterstützen, verfolgt GEM2GO einen ganzheitlichen Ansatz: Die Plattform bietet eine technisch möglichst barrierearme Grundlage, unterstützt bei der Erstellung barrierearmer Inhalte und stellt Werkzeuge für die laufende Analyse und Optimierung bereit.
Eye-Able Assist unterstützt Besucherinnen und Besucher
Bereits heute ist auf allen GEM2GO-Webseiten Eye-Able Assist integriert. Die Assistenzsoftware ermöglicht es Nutzerinnen und Nutzern, die Darstellung einer Website individuell an ihre Bedürfnisse anzupassen.
Dazu zählen unter anderem:
- Schriftvergrößerung ohne Layoutverlust
- individuelle Kontrastanpassungen
- Farbfilter zur Unterstützung bei Rot-Grün-Schwäche
- Vorlesefunktion für Inhalte
- mehr als 22 weitere Funktionen zur Verbesserung der Barrierefreiheit
Eye-Able Assist wurde gemeinsam mit und für Menschen mit Behinderungen entwickelt und erleichtert vielen Besucherinnen und Besuchern den Zugang zu digitalen Informationen.
Neu: Das Eye-Able Dashboard
Während Eye-Able Assist direkt die Nutzung der Website unterstützt, richtet sich das neue Eye-Able Dashboard an Gemeinden und Administratorinnen bzw. Administratoren.
Das Dashboard analysiert die Gemeindeseite automatisiert hinsichtlich ihrer digitalen Barrierefreiheit und bereitet die Ergebnisse übersichtlich auf. Nach jedem Scan erhalten Gemeinden:
- einen Gesamtüberblick über alle geprüften Seiten
- Bewertungen nach den Konformitätsstufen A und AA
- Hinweise auf erkannte Barrieren
- konkrete Empfehlungen zur Verbesserung
- eine Fortschrittsübersicht über mehrere Prüfungen hinweg
So werden Optimierungspotenziale schnell sichtbar und Verbesserungen langfristig nachvollziehbar.
Barrierefreiheit kontinuierlich im Blick behalten
Für das laufende Monitoring scannt das Dashboard die gesamte Domain automatisch einmal pro Monat. Dabei werden bis zu 200 Seiten anhand der Sitemap analysiert und in einem übersichtlichen Bericht zusammengefasst.
Die Auswertungen basieren auf Stichproben und werden mit jedem neuen Scan aktualisiert. Erkannte Barrieren werden nach Priorität und internationalen Konformitätsstufen dargestellt. Dadurch erhalten Gemeinden eine transparente Grundlage, um gemeinsam mit ihren regionalen GEM2GO-Partnern gezielt Verbesserungen umzusetzen.
Gemeinsam digitale Teilhabe ermöglichen
Mit Eye-Able Assist und dem neuen Eye-Able Dashboard erweitert GEM2GO sein Angebot im Bereich der digitalen Barrierefreiheit um eine wichtige Komponente.
Während Eye-Able Assist die individuelle Nutzung der Website erleichtert, unterstützt das Dashboard Gemeinden dabei, ihre digitalen Angebote kontinuierlich weiterzuentwickeln. Gemeinsam mit der technisch barrierearmen Plattform und der Unterstützung bei der Erstellung zugänglicher Inhalte entsteht so ein ganzheitlicher Ansatz für mehr digitale Teilhabe.
Denn digitale Barrierefreiheit ist kein einmaliges Projekt, sondern ein laufender Prozess – und ein wichtiger Beitrag zu einer modernen, bürgernahen Gemeindekommunikation.