Interview: Arno Abler und Ernst Schöpf
- Erstellt am Mittwoch, 20. April 2011 11:00
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Der Präsident des Tiroler Gemeindeverbandes, Mag. Ernst Schöpf, und Projektleiter Arno Abler im Interview.
Was sind die Ziele im Projekt E-GOV - Elektronische Verwaltung?
Mag. Ernst Schöpf: „Es sollen damit ganz klar die Verwaltungskosten auf kommunaler Ebene reduziert werden. Und zwar durch vielfältige Kooperationen und Spezialisierungen auf der Grundlage elektronisch vernetzter Verwaltungseinheiten.“
Und wie soll das konkret funktionieren?
Arno Abler:„Wir möchten kommunale Standards etablieren. Diese sollen zu Synergien und Einsparungen durch Effizienzsteigerungen in den Tiroler Gemeinden führen. Und natürlich auch eine gemeinde- und behördenübergreifende Nutzung des E-Government-Systems gewährleisten.“
Um welche kommunalen Standards handelt es sich dabei?
Arno Abler: „Es geht um die drei Kernthemen Strukturbereinigung, Aufgabendefinition und Prozessoptimierung. Diese beinhalten zunächst die Erstellung eines Leistungskataloges, eine einheitliche kommunale Formularsammlung, standardisierte Erledigungsvorlagen und schließlich auch die Erstellung einheitlicher Verfahrensprozesse.“
Was ja letztendlich auch dem Bürger zugute kommt.
Mag. Ernst Schöpf: „Ja, eindeutig. Es ist nicht nur eine Vereinfachung für die Gemeindemitarbeiter, sondern natürlich auch für die Bürger und Unternehmen als Kunden der Gemeinden. Servicequalität, Transparenz und Bearbeitungsgeschwindigkeit der Verwaltungsverfahren sollen durch die Umsetzung dieser Standards verbessert werden!
Lassen sich durch diese einheitlichen Standards und Beschleunigungen diverser Verfahren tatsächlich Kosten sparen?
Arno Abler: „Das ist sicherlich eines von mehreren Zielen in diesem Projekt. Der Betrieb des E-Government-Systems muss für die Gemeinden einen wirtschaftlichen Vorteil bringen.“
Zuvor muss das E-Government-System jedoch eingeführt werden. Und auch das ist ja mit Kosten verbunden?
Arno Abler: „Die Einführung von neuen Systemen setzt immer einen gewissen finanziellen und zeitlichen Aufwand voraus. Durch das Projekt E-GOV - Elektronische Verwaltung haben die Gemeinden aber jetzt die einzigartige Chance, sehr preiswert E-Government einzuführen. Vom Land Tirol werden die Ersteinrichtungskosten für den Leistungskatalog, die Erstellung der Prozessbeschreibungen, Erstschulungen etc. gefördert.“
Lässt sich E-Government auch in kleineren Gemeinden realisieren?
Mag. Ernst Schöpf: „Auf alle Fälle! Die Umsetzung von E-Government und deren positive Folgen für die Gemeinde, ihre Bürger und Unternehmen müssen für alle Gemeinden unabhängig von ihrer Größe, Lage oder Ausprägung gewährleistet sein. Und mit E-GOV - Elektronische Verwaltung sind wir hier auf einem sehr guten Weg, dass dies auch funktioniert!“
Was muss eine Gemeinde nun tun, damit sie bei diesem Projekt dabei sein kann?
Arno Abler: „Momentan läuft bei 20 Tiroler Gemeinden das Pilotprojekt E-GOV - Elektronische Verwaltung. Gemeinden, die bei der zweiten Umstellungsphase von E-GOV - Elektronische Verwaltung ab Herbst 2011 dabei sein möchten, können sich schon jetzt melden.“
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Mag. (FH) Muigg Gerhard
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